Wirkung und Nutzen von Massnahmen zur Elementarschadenprävention an Gebäuden

Schlussbericht 9. Ausschreibung

Die Prävention gegen Naturgefahreneinwirkungen unterliegt bei den Kantonalen Gebäudeversicherungen (KGVKGVKantonale Gebäudeversicherungen) den öffentlich-rechtlichen Grundsätzen der Rechtmässigkeit, Verhältnismässigkeit und Gleichbehandlung. Präventionsmassnahmen müssen die Vorgaben der Raumplanungsgesetzgebung, versicherungsrechtliche Voraussetzungen, die Gefährdungssituation, die Schadenerfahrung der KGVKGVKantonale Gebäudeversicherungen, subjektive Nutzungsanforderungen sowie die technische Wirksamkeit und die Wirtschaftlichkeit von Schutzmassnahmen beachten. Bislang fehlten wissenschaftliche Methoden zur Gesamtbeurteilung der Effektivität und Effizienz möglicher Massnahmen.

Mit der 9. Ausschreibung wird eine grundsätzliche Evaluation der den KGVKGVKantonale Gebäudeversicherungen verfügbaren rechtlich-institutionellen und technischen Methoden zur gebäudebezogenen Naturgefahrenprävention angestrebt. Präventionswirkung und Nutzen einzelner Instrumente und Kombinationen sollen ermittelt und wirtschaftlich sowie im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit und ihre Akzeptanz bewertet werden. Die 9. Ausschreibung wird Entscheidungshilfen für die Strategiebildung und die zukünftige Gestaltung des Gebäudeversicherungsrechtes im Bereich der Elementarschadenprävention bereitstellen. Der Projektauftrag der 9. Ausschreibung «Wirkung und Nutzen von Massnahmen zur Elementarschadenprävention an Gebäuden» wurde an das Konsortium EBP Schweiz AG, Universität Bern und Cornel Quinto vergeben. Der Stiftungsrat ist mit den Aussagen des Berichtes zufrieden. Er muss aber auch anerkennen, dass infolge mangelnder statistischer Daten im Bereich der Wirkungsmessung einzelner Instrumente nur recht vage Aussagen gemacht werden können. Die Arbeit enthält aus der Nutzenperspektive eine Vielzahl deskriptiver Erkenntnisse, die für die Präventionsarbeit auf nationaler Ebene durch die im VKFVKFVereinigung Kantonaler Feuerversicherungen zusammengeschlossenen KGVKGVKantonale Gebäudeversicherungen und deren Verbandsorganisation in Bern dienlich sein werden. Aus der Analyse können folgende Erkenntnisse gezogen werden:

  • Hochwasser- und Oberflächenwasserprävention gehören in den Aufgabenbereich der Kantone und damit der KGVKGVKantonale Gebäudeversicherungen.
  • Hagel- und Sturmprävention ist eher Verbandsaufgabe, insbesondere die Entwicklung gemeinsamer Schutzziele.
  • Die Wirkung von Prävention ist bei Hochwasser am wirksamsten. Anreize bei bestehenden Gebäuden haben eine hohe Wirkung. Hagelprävention (Warnung und Materialvorgaben) hat eine etwas tiefere Wirkung. Beim Sturm ist Prävention am schwierigsten (Windwächter, Instandhaltungsvorgaben).
  • Ereignisanfällige Regionen sehen sich besser vor, d.h., die Gebäude sind widerstandsfähiger gebaut und besser zu unterhalten.
  • Recht: Arealschutz macht Sinn. Die Verweigerung von Objektschutzmassnahmen OSMOSMObjektschutzmassnahmen hat bei einem Drittel der KGVKGVKantonale Gebäudeversicherungen Folgen. Baunormen sind wirkungsvoll.

Daraus ergeben sich folgende Handlungsfelder:

  • Aufbau eines Ampelsystems prüfen: Basis Schutzzieldefinition und -harmonisierung mit Minimalzielen diskutieren, Instrumentensets entwerfen.
  • OSMOSMObjektschutzmassnahmen: verhältnismässige Auflagen bei Neubauten und nach Schäden; Prioritätenlisten der zu untersuchenden Objekte.
  • Ampelsystem.
  • Ein Sicherheitslabel «sicheres Gebäude» prüfen.
  • Baurecht: Flexibilisierung Ausnützungsziffer.
  • Recht: Rechtsgrundlagen für Arealschutz, für Gefahrengebietsdefinition im Raumplanungsrecht Kanton und Gemeinden, Anreizsystem bestehende Bauten.
  • Instrumente zur statistischen Messung der Wirkung von Präventionsinstrumenten und Erkenntnissen aus Ereignissen.

Der Bericht schlägt folgende Aktionen vor:

  • ESPESPElementarschadenprävention-Best-Practice entwickeln.
  • Normierungsbemühungen verstärken.
  • Einheitliche Schutzziele und Mindestanforderungen definieren und in einem Ampelsystem integrieren.
  • Ausbau der Wirkungs- und Nutzdatenerhebung, um Verletzlichkeit sowie Präventionswirkung korrekt messen zu können (ESPESPElementarschadenprävention-Aktivitäten und Schäden inkl. deren Korrelation nachführen). Ereignisanalysen mit einer Checkliste harmonisieren und ausbauen (pragmatisch, nicht zu zeitaufwendiges Verfahren, möglichst viel digitalisieren).
  • Gefahrenkarten im kantonalen Raumplanungsgesetz RPGRPGRaumplanungsgesetz und kommunalen Baurecht implementieren.