Jahresbericht 2017 und Ausblick 2018

Jahresbericht 2017

Erdbebenversicherung Schweiz

Weiterhin wird es auf absehbare Zeit hin keine flächendeckende Erdbebenversicherung in der Schweiz geben. Damit bleibt die grösste Deckungslücke in der Schweiz bestehen.

Im Jahre 2017 wurden die Arbeiten zu einem Interkantonalen Konkordat Erdbebenversicherung (IKEVIKEVInterkantonalen Konkordat Erdbebenversicherung) vorangetrieben. Im Auftrag der vorbereitenden Kommission des Ständerates und der Konferenz der Kantonsregierungen (KdKKdKKonferenz der Kantonsregierungen) hat die Regierungskonferenz Militär, Zivilschutz und Feuerwehr (RK MZFRK MZFRegulierungskonferenz Militär, Zivilschutz, Feuerwehr) dieses Projekt vorangetrieben. Den Kantonsregierungen wurde ein entsprechender Vorschlag unterbreitet. Dieser fand jedoch keine Mehrheit. Die KdKKdKKonferenz der Kantonsregierungen kann dieses Projekt folglich nicht erfolgreich abschliessen. Die definitive Beurteilung obliegt nun dem Ständerat. Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass die Einführung einer flächendeckenden obligatorischen Erdbebenversicherung damit in weite Ferne gerückt ist.

Erdbebenrisikomanagement Schweiz

Unabhängig vom Stand der Diskussionen um die Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung beschäftigt sich der Bund mit den verschiedenen Aspekten der Vorsorge im Ereignisfall. Zu diesem Zweck hat er das Projekt «Erdbebenrisikomanagement Schweiz» initialisiert. Dieses beinhaltet drei Teilprojekte:

  • In einem ersten Teilprojekt wird der Schweizerische Erdbebendienst (SEDSEDSchweizerische Erdbebendienst) eine Risikokarte Erdbeben Schweiz erstellen. Die bereits existierende Gefahrenkarte Erdbeben zeigt auf, wo in der Schweiz Erdbeben zu erwarten sind. Eine Weiterentwicklung dieser Gefahrenkarte hin zu einer Risikokarte wird aufzeigen, wo aufgrund hoher Versicherungswerte entsprechend grosse Schäden zu erwarten sind. Dies stellt einen wesentlichen Schritt zur Verbesserung des Risikobewusstseins gegenüber dieser unterschätzten Naturgefahr dar.
  • In einem weiteren Teilprojekt soll ein Regelwerk erarbeitet werden, das besagt, wie Hilfsgelder des Bundes nach einem Schadenbeben effektiv und effizient an die betroffenen Kantone verteilt werden sollen.
  • Ein drittes Teilprojekt befasst sich mit der Schadenorganisation im Ereignisfall. Diese Thematik ist für den Schweizerischen Pool für Erdbebendeckung (SPESPESchweizerischer Pool für Erdbebendeckung) und die KGVKGVKantonale Gebäudeversicherungen von grosser Bedeutung. Deshalb beteiligen sie sich aktiv in diesem Projekt.

Ausblick 2018

Aufgrund des mehrmaligen Scheiterns der Bestrebungen zur Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung werden nun in einzelnen Kantonen individuelle Lösungen (im Rahmen der Möglichkeiten) erarbeitet. Die zukünftige Ausgestaltung des SPESPESchweizerischer Pool für Erdbebendeckung muss solche externen Entwicklungen beobachten. Das bereits laufende Projekt Neuausrichtung Erdbebenpool (NEPNEPNeuausrichtung Erdbebenpool) befasst sich mit der Frage der zukunftsorientierten Ausgestaltung des SPESPESchweizerischer Pool für Erdbebendeckung.

Im Jahre 2018 wird die schweizerische Versicherungswirtschaft (KGVKGVKantonale Gebäudeversicherungen und Privatassekuranz) die Arbeiten am Projekt Schadenorganisation im Ereignisfall aufnehmen. Gegen Ende des Jahres wird die Projektgruppe dem Bund ein erstes Grobkonzept unterbreiten.